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Ein Interview mit Marlies Zinner über die Entstehung des CVJM Unterasbach

 

Von Links nach rechts: Thomas Göttlicher und Marlies Zinner

 

In vielen CVJM gibt es ältere Freunde, die schon seit Jahren für den CVJM Beträchtliches geleistet und sogar Ortsvereine mitgegründet haben. Wir wollten uns die beeindruckenden Geschichten anhören um zu erfahren, wie beispielsweise der CVJM Unterasbach seine Anfänge genommen hat. Dazu haben wir uns mit der 73-jährigen Marlies Zinner getroffen, einer CVJMerin „mit Haut und Haaren“, die zusammen mit ihrem Bruder und ihrem Mann ganze Pionierarbeit geleistet hat:

 

 

Wie bist du zum CVJM gekommen?

 

Mein Bruder Hans Utzenheimer war Bäckermeister und hat in der Berufsschule viele neue Freundschaften geschlossen, wo der eine dann den anderen mit in den CVJM geschleppt hat. Er und mein späterer Mann hatten dann die Idee, dass sie ja auch etwas in Unterasbach aufbauen könnten. Dort gab es nämlich nur ein kleines Haus mit Kindergarten und Gemeindesaal, aber keine Kirche. Weil der Pfarrer nichts dagegen hatte, haben sie eine Jungschar für Jungs gebildet. Für Mädchen gab es damals noch nichts. Deswegen wollte meine Mutter, dass ich in den Mädchenkreis im CVJM Nürnberg gehe. Meine Mutter war sehr fromm und gläubig und bestand darauf. Ich hab auch versucht ein paar Freundinnen mitzunehmen, aber die sind lieber in Discos oder Bars gegangen und ich bin deshalb alleine zum Kornmarkt marschiert.

 

 

Wie habt ihr den CVJM Unterasbach aufgebaut?

 

Zuerst haben mein Mann und mein Bruder die Jungschar für Jungs gegründet. Die wurde als Vorlandgruppe vom CVJM Nürnberg angesehen. Mein Mann und mein Bruder sind einfach mit dem Motorrad durch den Ort gefahren und haben die Kinder eingesammelt, weil sie damals ja noch nichts anderes hatten als die Schule und den Sportverein. Deshalb waren sie froh darüber, dass es jetzt einen Ort gab, wo sie hin konnten, an dem sie „Gaudi“ haben und Geschichten hören konnten. Es wurden dann auch Freizeiten und Wanderungen durch den Landkreis organisiert, aber alles nur für Jungs. Ich war damals im Mädchenkreis im Kornmarkt und mein kleiner Bruder ist in die Jungschar gegangen. Irgendwann kamen aber auch ein paar Mädchen nach Unterasbach. Mein kleiner Bruder wollte dann, dass ich einen Mädchenkreis aufmache. Ich konnte aber keine Gitarre spielen, nicht singen und auch nicht beten oder so, aber meine Brüder meinten, das kann mir der CVJM zeigen. Denn das, was sie mit den Jungen machen, geht ja auch mit Mädchen. Wir haben uns dann an Karl-Heinz Eber gewandt, der uns an Frau Pfarrer Walther in Burk verwiesen hat. Sie hat dort Mädchenarbeit gemacht und mir gezeigt, wie das geht. So haben wir dann mit dem Mädchenkreis angefangen. Es wurden dann auch immer mehr, wir haben richtige Jugendarbeit gemacht und sind auch auf Freizeiten am Waginger See und auf der Burg Wernfels gefahren. Später haben wir eigene Freizeiten organisiert und sogar einen Jugenddiakon bekommen, der alles übernommen hat. Damit war der CVJM Unterasbach gegründet.

 

 

Was begeistert dich am CVJM?

 

Eigentlich alles, weil man alles mit einbringen kann. Das haben wir auch praktiziert. Sport zum Beispiel. Mein Mann konnte zwei Sportarten: Tischtennis und Skifahren. Wir haben Skifreizeiten veranstaltet, man kann wandern gehen und seine ganzen Hobbies ausleben. Dann das Geistliche, die Verkündigung. Man kann Gespräche führen, sich also vollkommen in einem CVJM einbringen. Und darum finde ich auch die Arbeit nach wie vor gut. Auch die Vereinsform ist gut. Es liegt nämlich nicht alles auf einer Schulter – es liegt nicht nur am Jugenddiakon. Sondern es gibt ein Gremium, es sind mehrere verantwortlich. Man kann die Aufgaben, auch in so kleinen Vereinen wie bei uns in Unterasbach, aufteilen.

 

 

Wenn du den jungen Leuten, die im CVJM arbeiten, einen Tipp geben dürftest…

 

Ich glaube, viel hat mich die Beschäftigung mit der Bibel geprägt. Man muss ja Andachten und Bibelarbeiten vorbereiten. Es ist gut, wenn man sich einfach mit ihr beschäftigt. Dann merkt man, dass es einfach weiterhilft, dass Hoffnung da ist. Es ist nicht aus, wenn man stirbt, es gibt eine Zukunft. Und ich denke, das erfährt man einfach am Besten im CVJM. Das CVJM-Dreieck (Körper, Seele, Geist) sagt eigentlich alles aus: Dass man zum CVJM gehen kann ohne Angst zu haben, man wäre nicht fromm genug oder man müsse sich nur auf die Frömmigkeit beziehen.