Berichte Volontäre Südafrika

Bericht vom 20.04.2012

Afterschool Programm im Museum

„Museum? Da war ich noch nie!“. So reagieren viele Kinder hier in Mitchell’s Plain wenn man sie darauf anspricht. Nachdem an Feiertagen der Eintritt dort für Kinder frei ist und viele der Schüler an diesen schulfreien Tagen nur auf der Straße rumhängen, war für uns klar dass wir den Grundschulkindern aus den Afterschool Programmen einen Besuch im South African Nationalmuseum ermöglichen möchten. So begann der Humans right day (= Tag der Menschenrechte) mit dem schmieren von Sandwichen, und packen der Lunchpakete für 54 Grundschulkinder und 6 Mitarbeiter. Um von Mitchell’s Plain zum Museum zu gelangen, mussten wir zunächst eine gute halbe Stunde mit dem Zug (das gefährlichste Verkehrsmittel in Südafrika) nach Cape Town fahren und dann nochmal 30 Minuten quer durch die City laufen. Nach einer kurzen Rast vor dem Museum ließen wir die Meute dann auf dieses los und die Kinder durften selbstständig erkunden, wie die Ureinwohner früher gelebt haben, konnten Dinosaurier-, Walskelette und die Vielfalt der südafrikanischen Tier- und Pflanzenwelt bewundern sowie Fotos von und in einem riesigen Haigebiss machen. Im Gegensatz zu einem deutschen Museum störte sich hier niemand an dem aufgeregten und dem erstaunten Geplapper unserer Kids. Und selbst „wenn“, unsere Grundschüler hätten sich davon auch nicht ihren Entdeckungsdrang nehmen lassen.
Erschöpft von den vielen Eindrücken stärkten wir uns anschließend beim gemeinsamen Picknick in „the Gardens“ (der schönste Park Cape Towns), ehe wir bei diversen Spielen und Aktionen nicht nur „unsere“ Kinder sondern nahezu den ganzen Park bespassten und beschallten. Leider mussten wir um 15 Uhr auch schon wieder los um den Zug nach Mitchell’s Plain zu erreichen und die Teilnehmer sicher nach Hause zu bringen.

Ferienzeit = Kinderprogramm

Osterzeit ist auch in Südafrika Ferienzeit. Das bedeutet dass keine Afterschool Programme an den Primary und High Schools stattfanden. Um diese Lücke zu füllen nutzten wir die Möglichkeit um an 3 Tagen an verschiedenen Orten in Mitchell’s Plain Ferienprogramme durchzuführen. Als Thema wählten wir „Superhero“ um mit Spielen und Bastelaktionen den Kindern und Jugendlichen vom „Superheld“ Jesus zu erzählen. Das schöne hier in den Townships ist, dass man für solche Aktionen nicht groß werben muss. Sobald ein Kind davon weiß, spricht es sich rum wie ein Lauffeuer. So durften wir in Lentegeur erleben, dass innerhalb weniger Minuten über 70 Kinder kamen um am Programm teilzunehmen. Wir starteten mit einigen kleinen Spielen um das Eis zu brechen, uns vorzustellen und zu erklären was und wer der YMCA ist und macht. Anschließend zeigte Lydia (ein Gast von ChildLine, einer Anlaufstelle für missbrauchte Kinder) den Kindern spielerisch, wie diese sich für problematische Situationen rüsten und an wen sie sich in einer solchen wenden können. Nach einer kurzen Pause zum Toben und Ballspielen, hatten die Teilnehmer dann die Möglichkeit unter verschiedenen Bastelangeboten auszuwählen. So konnten Sie ihren persönlichen Superhelden als Collage aus Zeitschriften ausschneiden und zusammenkleben, ihn mit Perlen auf Papier aufkleben, oder ihn malen. Bevor wir das Ferienprogramm mit einer kurzen Andacht über den wahren Superheld (nämlich Jesus) beendeten, spielten wir noch das Lieblingsspiel aller südafrikanischen Grundschulkinder „Riding on my little pony“ und verteilten die lang ersehnten Lunchpakete und Getränke. Es waren für uns zwar anstrengende, laute und chaotische 3 Tage aber wir konnten dadurch etwas Abwechslung in den sonst oft grauen Alltag der Kinder bringen.

Liebe Grüße aus Südafrika,
Damaris und Sebastian