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Junge Menschen in Verantwortung

Junge Menschen in Verantwortung

Um nicht immer zu viel von mir zu erzählen, lass ich diesmal im Vereinstipp andere zu Wort kommen, die beim Thema ‚andere in Verantwortung bringen‘ persönliche Erfahrungen weitergeben, die uns allen letztlich Mut machen sollen. Sie beschreiben konkrete Situationen und generelle Haltungen, um gerade jüngere Menschen in Verantwortung zu bringen - und auch zu lassen! Denn gerade dabei dürfen wir uns selbst immer wieder an die eigene Nase fassen und fragen, wo wir das denn absichtlich oder subtil verhindern. Die Frage lautet also: Wollen wir wirklich an uns und unseren Systemen (z.B. Sitzungen, Gruppen, ja ganzen CVJM-Vereinen) Veränderung erlauben und fördern?

Ich meine, wir sind gut beraten dies zu bejahen und mit Gottes Hilfe anzupacken, um zukunftsfähig zu sein. Auf dass wir so noch mehr Menschen bei ihrer Entfaltung als Geschöpfe Gottes helfen. Und so die Liebe Jesu zeitgemäß und annehmbar weitersagen.

Besonders begeistert mich hier der Timotheus-Brief und wie Paulus Timotheus in Verantwortung begleitet.

 

Herzliche Grüße Euer

Martin Schmid

 

Verantwortung geben und Fähigkeiten zutrauen

Als Verantwortlicher für eine Sache wird man autorisiert den Vorgang zu leiten, Entscheidungen für den Verlauf zu treffen und auch nach Abschluss des Vorgangs die Verantwortung für das Ergebnis zu tragen. Das bedeutet aber auch, dass alle anderen, die dich in diese Stellung berufen, gewählt oder sie dir übertragen haben, an deine Kompetenzen glauben, dir zutrauen diese Sache zu leiten und das Vertrauen in dich setzen sie zu einem guten Abschluss zu bringen.

Ich habe das selbst schon erlebt, im Kleinen wie im Großen.
Beispielsweise wurde mir in letzter Zeit öfter aufgetragen vor vielen Menschen eine Bibelstelle oder andere Texte vorzulesen. Und wider Erwarten dessen, dass ich vor Aufregung gerne zu schnell lese oder mich verhasple, habe ich ruhig und klar gesprochen. Danach sind immer wieder Personen auf mich zu gekommen, um mir zu sagen, dass ich eine angenehme Vorlesestimme habe und dass da ein Talent in mir schlummert, das ich bis dato nicht wahrgenommen habe. Das hat mich positiv geprägt und mich ermutigt, mich öfter für derartige Aufgaben zu melden.

Genau diese Vision des Zutrauens ist es, die man in jungen Menschen freisetzen muss, um sie anzuregen, mehr Verantwortung übernehmen zu wollen.
Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben keinen Blick dafür, welche Fähigkeiten und Stärken in ihnen schlummern. Umso wertvoller ist da jemand, der sie genau dafür sensibilisiert und ihnen zeigt, wie sie diese ausbauen und wo sie sie einsetzen können.

Lisa Nentel, FSJlerin im CVJM-Bayern

 

 

Junge Menschen für Verantwortung begeistern

In der Jungschar war Nancy eine von denen, die zuhören, für sich denken und eher unauffällig und still dem Geschehen folgen.  Seit zwei Jahren arbeitet sie aktiv in der Jungschar mit, spielt Klavier und singt ab und zu in der Band. Im letzten Jahr hat sie sich sogar für ein Auslandssemester beworben.

Peter war eher einer, der richtig aufdrehte. In der Schule konnte er kaum eine Stunde still sitzen. Im Jugendkreis war sein Lieblingsprogramm: Action. Durch die Verantwortung lernte er, Andachten zu halten und sich selbst diese Aufgabe zuzutrauen.

Elsa war in der Jungschar sowie in der Schule eher eine Einzelgängerin. Sich mit anderen anfreunden, fiel ihr schwer. Beim Wählen der Mannschaften war sie immer eine der Letzten. Als Mitarbeiterin hat sie jetzt einen besonderen Blick für Menschen, die abseits stehen und sich schwer tun, sich in die Gruppe hineinzufinden.

Solche Beispiele begegnen uns in der Jugendarbeit immer wieder. Nicht nur, dass wir auf Menschen treffen, die mit sich selbst oder ihrer Persönlichkeit unzufrieden sind, sondern vor allem, dass Menschen sich dadurch verändern, dass wir ihnen etwas zutrauen und ihnen Verantwortung übergeben.

Nicht mit dem Fokus, dass wir uns gute Mitarbeiter züchten wollen, sondern dass wir Menschen in ihrer Persönlichkeit und in der Sprachfähigkeit ihres Glaubens fördern und stärken.

Annika Dickel CVJM-Sekretärin in Schnaittach, Tamara Maier Jugendreferentin in Lauf a.d. Pegnitz

 

Verantwortung, die gut tut

Als ich in der 11. Klasse war, bin ich an unserer Schule in den Schülerbibelkreis gegangen. Dort gab es zunächst drei Abiturienten, die nach ihren Prüfungen aber nicht mehr gekommen sind. Nachdem ich der Älteste der verbliebenen Schüler war, bat man mich, die Verantwortung für den Schülerbibelkreis zu übernehmen. So habe ich dann das restliche und das darauffolgende Jahr mich darum gekümmert, dass wir jede Woche in einer Mittagspause zusammen gegessen und eine Andacht gehört haben. Obwohl ich nie wirklich danach gefragt habe, hat mir diese Verantwortung gut getan. So konnte ich auch leicht mit Mitschülern ins Gespräch kommen, die fragten, was ich dort jede Woche mache. Verantwortung zu übernehmen ist etwas Gutes, man sollte aber aufpassen, dass man es nicht auf die leichte Schulter oder sich übernimmt.

Lovis Denninger, FSJler im CVJM-Bayern