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Dein Land, mein Land - unser Land!

Beobachtungen und Eindrücke der Vielfalt am Beispiel des Y-Camps in Waging.

 

Dein Land ist wunderschön und doch vom Krieg zerstört. Mein Land ist herzlich und abweisend zugleich. Aus deinem Land musstest du fliehen, alles hinter dir lassen. In meinem Land solltest du sicher sein und musstest dir doch alles selbst aufbauen.

Mein Land wird Stück für Stück dein Land. Es wird zu unserem Land.

 

In diesem Jahr bin ich zum dritten Mal nach Waging zum Y-Camp gefahren. Das Y-Camp ist eine Freizeit für junge Erwachsene, auf der das Thema internationale Begegnung im Mittelpunkt steht. Das bedeutet Austausch und das Kennenlernen neuer Kulturen, Lebenswelten, Biografien und häufig auch Glaubensrichtungen. Dazu kamen stets Jugend- und junge Erwachsenengruppen aus unterschiedlichsten Ländern wie beispielsweise Ägypten, Brasilien, Chile, China, Hongkong, Kolumbien, Schottland und den USA. Aufgrund von Corona durften diese Gruppen nicht einreisen. Wo wir als Mitarbeitende in der Vorbereitung noch betrauert hatten, dass das diesjährige Y-Camp seinen internationalen Charakter einbüßen müsste, wurden wir während der Freizeit eines Besseren belehrt. Nein, nicht belehrt – wir wurden beschenkt. Wir waren national international.

 

Durch die Teilnahme von in Deutschland lebenden Geflüchteten wurden wir, nicht erst dieses Jahr reich beschenkt. Schon in den vergangenen Jahren waren diese tollen Menschen ein Teil unseres Camps, allerdings musste ich feststellen, wie fixiert ich selbst auf die Weitgereisten beispielsweise aus Brasilien war.

 

Ich habe mich ertappt, wie oft ich „international“ oder „kulturell bereichernd“ immer nur außerhalb der deutschen Landesgrenzen gesucht habe.

 

Dieses Jahr durfte ich feststellen, dass Deutschland auch kulturell bereichernd ist und international vielfältig. Allein auf unserem Camp waren über elf Nationen und noch mehr kulturelle Vielfalt vertreten. Das war ein wirklicher Segen. 

 

In diesem Sinne möchte ich nun bewusst noch einmal die obige Liste aufgreifen und ergänzen: Afghanistan, Albanien, Eritrea, Irak, Iran, Syrien, Somalia, Sudan und noch viele mehr. Deshalb möchte ich an dieser Stelle daran erinnern, dass es viele Glaubensgeschwister noch an Ländergrenzen festgehalten werden. Sie leben unter menschenunwürdigen Bedingungen und wir schauen oft genug weg.

 

Wer noch mehr Menschen, und damit auch kultureller Vielfalt und Bereicherung eine Chance zu geben, unterstützt am besten die Website https://sea-watch.org[1] oder https://www.united4rescue.com (beides auch unterstützt von der EKD) und helft auf diese Weise, legale Fluchtwege und Bewegungsfreiheit für alle Menschen dieser Erde zu schaffen.

 

 

Franziska Ittner,

Teil des Gesamtvorstandes im CVJM Bayern.

 

[1] Natürlich gibt es auch noch diverse andere Organisationen, an die ihr spenden dürft!

 

CVJM Magazin 01|21