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13.06.2018 21:36 Alter: 103 days
Kategorie: Allgemein

Feuer frei für die Kreativpyromanen

Herzbrand 2018 - Dein Kreativseminar


Ende März wurde der Startschuss für ein Kreativwochenende der Extraklasse gegeben, indem Artists aus den unterschiedlichsten Bereichen sich nicht zweimal haben bitten lassen dabei zu sein, um dieses mitzugestalten. Sie waren bereit, ihre Talente und Skills mit jungen Leuten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den Jugendarbeiten im CVJM Bayern zu teilen, mit ihnen daran zu schrauben und gemeinsam weiterzuentwickeln. Es wurde gezeichnet, Punchlines gekickt, uniquer content kreiert, Musik gemacht und gedisst. Doch immer langsam mit den jungen Pferden und schön der Reihe nach. Ein Erfahrungsbericht in drei Akten.

Erster Akt, in dem ein Kiwi verstarb und Kreative Chaoten waren

Der erste Tag begann, wie es von einem Kreativseminar – geleitet und durchgeführt von Kreativen – nicht anders zu erwarten war: dezent chaotisch. Der in olivgrün gehaltene Prachtbau aus den 70er Jahren aka Wilhelm-Löhe-Schule in Nürnberg tat sein Übriges und sorgte mit ca. 1000 Treppen, Etagen, Zimmern und Fluren für reichlich Verwirrung. Das Chaos hat sich jedoch relativ schnell gelegt und die Aula war immerhin nicht zu übersehen. Was ein Glück. Die Aula war Dreh- , Angel- und Treffpunkt für jegliche Plenumsaktivität, ausgestattet mit unendlich vielen Stufen, viel zu lauten Klappsitzen und mittelguter Akustik. Hier waren wir richtig. Eröffnet wurde der erste Seminartag mit einem kleinen Gottesdienst, in dem ein flugunfähiger Kiwi sich dem Traum vom Fliegen erfüllte, indem er Bäume im rechten Winkel an einem Berg fixierte. Voll von brennender Leidenschaft und seinem Traum vor Augen überwand er Grenzen, um die Freiheit zu fühlen, angekommen und richtig zu sein. Eine brennende Leidenschaft, die die SeminarleiterInnen teilten und den ebenso leidenschaftlichen TeilnehmerInnen an diesem Nachmittag vorstellten. Da waren Phil da elephant, der Rapkultur und Jesus unter einen Hut brachte. Debby van Dooren, die Vocalcoaching für SängerInnen anbot. Benedikt Baader, der das Cajon Interessierten näherbringen wollte. Das „sehr geile“ Instrument Bass wurde von Uli Stromsdörfer bearbeitet, das Klavier hingegen von Matze Schmitt. Zweierlei Gitarre; Anfänger wurden von Jonas Hammerbacher und Fortgeschrittene von Chris Halmen begleitet. Die riesige Crew an Licht- und Tontechnikern vom Bobengrün-Technik-Team wartete mit einer wahnsinnigen Ausstattung auf, wogegen Tom Dinkel mit einer einfachen Zeichentechnik namens „Sketchboard“ große Effekte erzielte. Ein internationales Flair brachte Majeddin ein, indem er internationales Kochen anbot. Michael Götz kümmerte sich um die neue Moderatorengeneration und dann war da noch mein Seminar: Blogging mit Wordpress. Das war es also: das große Team an Artists, 60 begeisterten TeilnehmerInnen und Jesus mittendrin. Die Einführungsveranstaltung versprach Großes und sollte in der ersten Seminareinheit direkt Anwendung finden. (Ach ja: Der Kiwi aus dem Video ist leider wie eine überreife Tomate auf dem Boden zerschellt. Wir wären alle froh gewesen, wenn wir diesen letzten Teil nicht mitbekommen hätten.)

Zweiter Akt, in dem Ibuprofen gegen Elefantenschnupfen machtlos war

In den nächsten Tagen wurde intensivst in den einzelnen Seminaren gearbeitet, sodass die Köpfe rauchten. Überall lag ein Flirren in der Luft, welches das Entstehen von etwas Neuem ankündigte. Wie der Frühling oder im Co-Working-Space eines Start-Up-Unternehmens. An jeder Ecke hörte man Musik, sah Leute an Texten schreiben oder im Viervierteltakt in die Hände klatschen. Üben, verbessern, reflektieren. Alles außerhalb des Schulgebäudes wurde nahezu unwichtig und es entstand ein Sog, den man von Zeiten kennt, in denen man besonders im Flow war.

Auch wenn es arbeitsintensive Tage waren, wurde auch hier versucht die Work-Life-Balance in der Waage zu halten. Zumindest für die meisten von uns. So gab es an den Abenden immer fantastisches arabisches Essen, zubereitet von Majd und seinen SeminarteilnehmerInnen. Außerdem wurden zwei Konzerte zum Besten gegeben, zu denen auch Leute von außerhalb eingeladen waren daran teilzunehmen. Am Samstagabend predigte Phil da elephant so laut er konnte das Evangelium in Reimkultur: Fetter Beat, fetter Bass, fette Erkältung und trotzdem fetter Spaß. Die Teilnehmerinnen aus dem Moderationsseminar trugen nicht unwesentlich dazu bei, dass ein Ausspruch in Mundart, Battlerapeske Züge annahm. ‚Bitteschön‘ aka ‚Bittsch’n‘ sorgt in unterschiedlichen Regionen Deutschlands berechtigterweise für Verwirrungen… (By the way: Die Kaffeebecher, die man im Anschluss an das Konzert erwerben konnte, haben dem ein oder anderen Mitarbeitenden so manchen Morgen gerettet.) Auch Debby van Dooren gab Zeugnis durch ihr begnadete Singstimme und leidenschaftlichen Texten. Mit sehr persönlichen Geschichten aus ihrem Leben, machte sie sich auf unnachahmliche Weise nah- und ihre Musik dadurch erlebbar. Beide strahlten eine so tief empfundene Freude und Liebe zu Jesus aus, jedeR auf seine/ihre Weise, dass man nicht anders kann, als Gott – den Creator himself – als durch und durch kreatives Mastermind zu verstehen. Ein kleinen, aber sehr wertvollen Beitrag leisteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Debbys Seminar, indem sie sie als Chor begleiteten. #Gänsehautalarm

Dritter Akt, in dem es vollbracht war und SeminarteilnehmerInnen zu Performern wurden

Die sehr vielen Stunden kreativen Schaffens und unglaublich vieler Arbeit, sollten im Outreach ihren Höhepunkt finden. Doch leider (oder zum Glück) zeigte sich das Wetter von seiner garstigen, regnerisch-stürmischen Seite, sodass wir uns kurzerhand entschlossen einen kleinen, internen „Inreach“ zu organisieren. Und im Endeffekt, war es für alle Beteiligten die bessere Alternative. Die letzte Seminareinheit am Montagmorgen wurde dafür genutzt, Ergebnisse der letzten Tage auf Bühnentauglichkeit zu tunen. Jedes Seminar hatte andere Baustellen, an denen noch geübt und gefeilt wurde. Die MusikerInnen spielten /. sangen /. rappten ihre Stücke immer wieder durch, die BloggerInnen bekamen einen Crashkurs in Bühnenrhetorik und die ModeratorInnen planten den Programmablauf, während die Sketchboarder ihre Flipchartpapiere vorbereiteten.

Am Nachmittag war es dann endlich soweit: Die Licht- und Tontechnikleute technisierten was das Zeug hielt und die einzelnen Seminare machten sich für ihren Programmpunkt bereit. Thomas Göttlicher, als Freizeitleiter moderierte den ersten Act an und ab dann verlief der Nachmittag wie ein einziges positives, rauschendes Fest: es wurde applaudiert, sich für und mit anderen gefreut, gestaunt über das Potential, das in den einzelnen Talenten schlummert - und die Kreativität und den Urheber dieser an sich gefeiert.

Epilog, in dem ich mein Fazit ziehe

Das Herzbrand Seminar 2018 startete als Pilotprojekt und endete als sehr erfolgreicher Brainpool von überaus begabten und kreativen jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Diese Leute sollte man sich definitiv merken, denn es könnte passieren, dass man von der/dem ein oder anderen noch mehr hören wird. Die ganze Stimmung und Atmosphäre an diesem Wochenende war – trotz Schulgebäude – geprägt von einem kreativen, schöpferischen Prozess, der Lust auf mehr machte. Und trotz allem fokussierten Tuns, begann und endete jeder Tag mit dem Blick auf das Wesentliche: Gottes Liebesgeschichte mit uns Menschen.

Bitte, bitte gebt uns mehr davon! Mehr von kreativer Diversität, fernab der gesamtgesellschaftlichen Bewertung von kreativen Produkten! Mehr von leidenschaftlichen Chaoten und reflektierter Arbeitsweise! Mehr von Herzbrand im nächsten Jahr!

Und zum Schluss noch ein kleiner, pointierter Shoutout an alle, die überlegen sich für 2019 anzumelden:

„Drop it like it's hot, move fire burn, the roof is on fire und Feuer frei für die Kreativpyromanen unter den jungen Leuten des CVJM Bayern. Reibt eure Vorstellungskraft und euer creative potential an der Wärmedecke unserer Herzen und entzündet ein Feuer der Leidenschaft für Gottes Gaben in euch. Setzt euch mit erfahrenen Künstlern ans Lagerfeuer des kreativen Chaos und bringt einen Benzinkanister voll Bock mit. Doch Obacht! Es könnte heiß werden!“ 

Ich schließe mit einer Regieanweisung aus bereits erwähntem Battlerap: *Mic drop*.

Mimi Hartig