
Team des CVJM Bayern hilft in Chile
Mitarbeiter des CVJM Landesverbandes waren beim Beben vor Ort
Valparaiso/Nürnberg; Ein Team des CVJM Bayern hilft im Erdbebengebiet in Chile bei den Aufräum-Arbeiten. Die sechs bayerischen CVJMer waren eine Woche vor der Katastrophe eigentlich zu einem Unterstützungs-Einsatz für 4 Volontäre nach Chile gekommen, die sich schon seit Oktober 2009 im Land befinden und im YMCA in Valparaiso mitarbeiten. Durch die Geschehnisse wurden die Pläne der Gruppe unter der Leitung von CVJM-Landessekretär Christoph Höcht jedoch geändert.
Zum Zeitpunkt des Bebens am 27. Februar diesen Jahres befanden sich die 10 Bayern in einem Camp in Colliguay, etwa zwei Autostunden entfernt von Valparaiso in den Bergen. Sie nahmen dort, in einiger Entfernung vom Zentrum des Bebens, zusammen mit etwa 40 chilenischen CVJMern an einer Mitarbeiterschulung teil.
In der Nacht fing die Erde schließlich gegen 3:30 Uhr Ortszeit für etwa eine Minute an zu beben. In den nur aus einem Zimmer bestehenden Holzhäusern, in denen die Teilnehmer schliefen, bestand zu keinem Zeitpunkt eine echte Gefahr. Dennoch verließen alle auf Anweisung der chilenischen Leiter sofort die Behausungen und verbrachten den Rest der kühlen, sternklaren Vollmondnacht vor einem eilends entzündeten Lagerfeuer im Freien. An eine Fortsetzung der Schulung war dennoch nicht zu denken, da die einheimischen Teilnehmer in großer Sorge um ihre Angehörigen waren und auf eine Rückkehr in ihre jeweiligen Heimat-Städte drängten.
Seit der Rückkehr nach Valparaiso helfen die Bayern nun bei den Aufräumarbeiten. Wie sich zeigte, blieb das Gebäude des CVJM größtenteils unversehrt, allerdings gab es auch dort kein Wasser, da viele Leitungen in der Stadt durch das Beben beschädigt wurden. Im Dachgeschoss stürzte die Deckenverkleidung herab, in der Sporthalle wurden Spannglieder gesprengt und an vielen Stellen tropfte Wasser von der Decke.
Immer wieder wackelte die Erde. Es gab bisher etwa 100 kleinere Nachbeben, aber keine weiteren Schäden. Viele Häuser wurden gesperrt, manche Bewohner standen mit ihrem gesamten Hausrat auf der Straße. Das Problem des CVJM vor Ort ist jetzt, dass ohne Wasser keine Veranstaltungen angeboten werden können. Diese sind neben Spenden aber die einzigen Einnahmequellen. Davon werden wichtige Projekte in den ärmeren Stadtteilen finanziert. So betreut der CVJM unter anderem in einem solchen Stadtteil zwei Kinderheime. Diese Projekte sind jetzt ohne Einnahmen stark gefährdet.
Der CVJM Bayern hat deshalb eine Spendenkonto eingerichtet, mit dem der CVJM in Valparaiso und die Projekte in den Armenvierteln unterstützt werden sollen: CVJM-Landesverband Bayern, Konto 4 003 300, Fürstlich Castell´sche Bank (BLZ 790 300 01), Stichwort: Hilfe für Chile.
Valparaiso wurde schon mehrmals von Erdbeben und darauf folgenden Tsunamis getroffen, so in den Jahren 1822 und 1855. Auch am 16. August 1906 wurde die Stadt von einem Erdbeben erschüttert und anschließend von einem Tsunami getroffen. Die heute nahe der Küstenlinie stehenden Gebäude stammen deshalb fast ausschließlich aus der Zeit nach diesem Beben.
Der CVJM Bayern hat im Jahr 2008 engere Beziehungen zum chilenischen CVJM aufgenommen. Im kommenden Jahr sollen auch chilenische Volontäre in verschiedenen CVJMs in Bayern jeweils für ein Jahr mitarbeiten. Die sechs Mitarbeiter, die kurz vor dem Beben nach Chile kamen, werden am Freitag, den 12. März in Deutschland zurück erwartet.
